YOU WANT TRUTH OR BEAUTY? 

Arbeiten aus der Sammlung SpallArt, Salzburg

KUNSTHALLE im Kunsthaus Nexus
Am Postplatz 1, 5760 Saalfelden
 
Eröffnung: Freitag, 19. Mai 2017 um 20 Uhr
Dauer: 20.5.–1.7.2017 und 24.–27.8.2017
Öffnungszeiten: Do–Sa, 17–20 Uhr und nach tel. Vereinbarung
anlässlich des Internationalen Jazzfestivals Saalfelden: Do 17–20 Uhr, Fr–Sa 11–16 Uhr, So 11–13 Uhr
Kuratoren-Führung: Samstag, 26.8.2017, 11–12 Uhr 
 
Zur Ausstellung:

Die Gruppenausstellung „You Want Truth or Beauty?“ mit ausgewählten Arbeiten von 24 KünstlerInnen aus der Fotosammlung SpallArt, Salzburg, beschäftigt sich mit dem Spannungsverhältnis von Wahrheit und Schönheit. Schon aufgrund der Tatsache, dass beide Begriffe relativ sind, ist die Titel-Frage absurd: Es scheint, als könne oder müsse man wählen zwischen Wahrheit oder Schönheit, als würde das eine das andere zwingend ausschließen. Die ausgestellten fotografischen und filmischen Arbeiten stellen unsere Wahrnehmung durch Irreführungen auf die Probe. Was wir als Wahrheit empfinden, kann schnell einmal ein Fake, eine inszenierte Situation sein, die aber wiederum eine Wahrheit in sich tragen kann. Und auch wo wir Schönes im (Un-)Wahren sehen, steckt vielfach ein Bruch. Können wir den Fotos verlockend schöner, appetitlich inszenierter Essensstillleben trauen? Tatsächlich stellen sie sich bei genauem Hinsehen als „unecht“ („unwahr“) im Sinne von ungenießbar heraus, da es sich um dekorative, obwohl realitätsgetreu nachgebildete Plastik-Massenware handelt. Ist dann die Fotografie von Obst- und Gemüseabfall („Waste“) schöner, weil sie bildlich „wahr“ ist, indem sie das Motiv direkt aus dem wirklichen Leben nimmt, oder empfinden wir Schönheit eher im ästhetischen Trugbild der Essensstillleben? Ein häufiges Motiv in dieser Ausstellung ist die Blume, grundsätzlich ein klassisches Sinnbild des Schönen; hier aber wird das Bild der Blume vielfach gebrochen – durch Zerstörung, Fragmentarisierung, Verfremdung – nur, um wieder andere Schönheiten und Wahrheiten entstehen zu lassen: Einmal zerspringt eine Vase, ein andermal werden Blumen, einen wissenschaftlichen Zugang ironisch brechend, in Szene gesetzt oder es werden nur die Stängel ohne Blüten als Bildmotiv gewählt bzw. Pflanzenteile aus verschiedenen Zusammenhängen zu einer Pflanze kombiniert. Realitätsnah wirkende Fotografien und Filme romantischer, malerischer Landschaften, ästhetischer Architekturen und sinnlich-poetischer Situationen sind tatsächlich auf der Basis digitaler oder manueller Montagen bzw. Bearbeitungen entstanden, beruhen auf eigens gebauten Modellen oder (Selbst-)Inszenierungen, auf verfremdenden Blickwinkeln oder sie erreichen durch künstliche Beleuchtung einen hyperrealen Zustand. Durch diese Übersetzungen werden sie im üblichen Sinne unwahr. Sind sie dadurch weniger schön? Kunst – und im ganz besonderen Maße Fotografie und Film – ist Täuschung bzw. eine Synthese aus Wahrheit und Fiktion. Durch die hier ausgestellten Werke werden wir angeregt über Wahrheit und Schönheit zu reflektieren – ein spannender Parcours durch eine Ausstellung, die uns auf unser selbst zurückwirft!

Zu sehen sind Arbeiten von:
Irene Andessner (AT), Hubert Blanz (DE/AT), Sonja Braas (DE/US), Giovanni Castell (DE), Stéphane Couturier (FR), Robert F. Hammerstiel (AT), Caroline Heider (DE/AT), Dan Holdsworth, (GB), Dieter Huber (AT), Sanna Kannisto (FI) , Martin Klimas (DE), Daniel Leidenfrost (AT), Michail Michailov (BU/AT), Michael Michlmayr (AT), Julie Monaco (AT), Bernd Oppl (AT), Klaus Pamminger (AT), Lois Renner (AT), Liddy Scheffknecht (AT), Werner Schrödl (AT), Rudolf Strobl (AT), Jutta Strohmaier (AT), Thomas Struth (DE) und Robert Zahornicky (AT)

 
 
Bildunterschriften

1_Robert F. Hammerstiel, aus: Made by Nature – Made in China, 2004–06, C-Print auf Aluminium, 100 x 120 cm, © Hammerstiel, Bildrecht Wien
2_Giovanni Castell, Tulpomania 1, 2008, Vintage, C-Print auf Dibond, Diasec, 80 x 100 cm, © Castell
3_Sanna Kannisto, Oporornis formosus, 2010, pigmentbasierter Tintenstrahldruck auf Aluminium, 74 x 94 cm, © Kannisto
4_Daniel Leidenfrost, Hotel, 2012, Leuchtkasten, C-Print (Lambda), Holz, Aluminium, Led-Lampen, 31 x 41 cm, © Leidenfrost
5_Stéphane Couturier, Alger, Babel-Qued #1“, aus: Melting Point, 2015, C-Print auf Aluminium, 100 x 121 cm, © Couturier, Courtesy: Galerie Kornfeld, Berlin
6_Martin Klimas, Ohne Titel (Ranunculus asiaticus), 2007, C-Print, 220 x 170 cm, © Klimas

 

 
  • 01spallart
  • 02spallart

  • 03spallart
  • 04spallart

  • 05spallart
  • 06spallart

 

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