G.R.A.M. – TOUCHDOWN
Kunsthalle im Kunsthaus Nexus
Am Postplatz 1, 5760 Saalfelden
Eröffnung: Freitag, 16. Februar 2018, 20 Uhr
Dauer: 17. Februar bis 31. März 2018
Öffnungszeiten: Do–Sa, 17–20 Uhr u.n.t el. Vereinbarung

Herzlichen Dank an: Hans Georg Tropper (Bild + Grafik) und TECHNICOMP GmbH (Robert Klockhaus)

Grafik Einladungsfolder: Saskia Noll

Courtesy: Christine König Galerie, Wien

 

Text zur Ausstellung, Petra Noll-H.
Das Grazer Künstlerkollektiv G.R.A.M. wurde 1987 in Graz von Günther Holler-Schuster, Ronald Walter, Armin Ranner und Martin Behr gegründet; es agiert seit über zehn Jahren als Künstlerduo (Behr und Holler-Schuster). G.R.A.M. hat für die Kunsthalle Nexus ein Konzept entwickelt, das die architektonische Besonderheit des Ausstellungsortes, den Blick von der Galerie in den Hauptraum, aufgreift. Bei den Projekten von G.R.A.M. handelt es sich grundsätzlich um Reenactments bereits bestehender Fotografien, Plakatmotive oder – im filmischen Bereich – fotografisch festgehaltener Aktionen anderer KünstlerInnen, Szenen aus Found Footage-Filmen oder auch Alltagsgeschichten.  Die Installation in der Kunsthalle Nexus basiert auf der Aktion „der fenstersturz einer küchenkredenz aus dem 4. Stock“ von G.R.A.M. 2015. Diese bezieht sich auf eine nicht realisierte, nur schriftlich fixierte Materialaktion des Wiener Aktionisten Otto Mühl, die dieser im Rahmen des „Festes des psycho-physischen Naturalismus“ 1963 in Wien in seinem Atelier in der Perinetgasse durchführen wollte. Er hatte beabsichtigt, eine mit Marmelade, Eiern, Mehl, Geschirr und Küchengeräten gefüllte Kredenz aus dem vierten Stock auf die Straße hinunterzuwerfen und sie unten mit der Hacke zu bearbeiten. Diese Aktion wurde von G.R.A.M. in der Afritschgasse in Graz umgesetzt und in einem Video festgehalten. Das Auftreffen der Kredenz und ihrer Inhaltsstoffe auf der Straße hatte ein abstraktes „Materialbild“ geformt, das fotografiert wurde und nun in der Kunsthalle als ca.120 qm großes Foto auf dem Boden platziert wird. Dies wirkt so, als sei die Kredenz von der Brüstung in die Kunsthalle geworfen worden. Die Relikte der zerstörten Kredenz, die wie abstrakte kleinformatige Gemälde wirken, aber Fakes sind, da sie nicht im traditionellen Sinn gemalt wurden, werden dennoch wie kostbare Ausstellungsstücke präsentiert, um damit die teilweise übertriebene museale Aufbewahrungskultur kritisch zu hinterfragen.
Die Installation, die der Soundkünstler, Musiker und Komponist Josef Klammer mit einer speziellen akustischen Ebene – Geräusche, die auf einem Küchenkasten und dessen Inhalt basieren – vollendet, versteht sich als Statement bzw. als Befragung des Mediums „Malerei. Die Künstler, die ursprünglich mit Malerei begonnen hatten, dann zu Video und Fotografie wechselten, kehren hier – so hat es den Anschein – wieder zur Malerei zurück. Der Geist des Wiener Aktionismus wird im Film zwar aufgegriffen, aber die neu konzipierte mehrteilige Rauminstallation basiert vor allem auf dem Selbstverständnis der Künstler, dass aus der Zerstörung eines banales Alltagsgegenstandes etwas Neues, Kunst, entstanden ist, der auch Platz in einem adäquaten musealen Raum gegeben wird.
Biografie:  Das Künstlerkollektiv G.R.A.M. wurde 1987 in Graz (AT) von Günther Holler-Schuster, Ronald Walter, Armin Ranner und Martin Behr gegründet; es agiert seit über zehn Jahren als Künstlerduo (Behr und Holler-Schuster). Einzelausstellungen (Auswahl): 2017 „Der Regenschirm, die Schaufeln und der koreanische Tanz“, Fotohof Salzburg, Salzburg (AT). „Sharp dressed“, Kunsthalle Graz, Graz (AT). 2016 „Der Coup der tadellosen Männer“, Christine König Galerie, Wien (AT). 2014 „Reenactmedia“, Gallery Photon, Ljubljana (SI). 2013 „Hohes Haus“, Month of Photography 2013, Österreichisches Kulturforum, Bratislava (SK). „G.R.A.M Parlament / Hohes Haus“, Prag 1, Galerie Österreichisches Kulturforum, Prag (CZ). „Ja, Ja, Ja, Ja, Ne, Ne, Ne, Ne“, Camera Austria, Graz (AT). 2012 „Photobiennale“, Moscow House of Photography, Moskau (RU). 2011 „Passagen 03“, Stadtsalon im stadtmuseumgraz, Graz (AT). „Hohes Haus“, Christine König Galerie, Wien (AT).
2009 „café paparazzi“, Christine König Galerie, Wien (AT). 2007 „Penthouse“, Abel – Neue Kunst, Berlin (DE). „frame #20“, Servus Austria, Semper Depot, Wien (AT). „China Entdecken“, Künstlerhaus, Graz (AT). „Wiedergänger“, Atelièr Josefa Sudka, Prag (CZ). 2006 „Global Player“, Christine König Galerie, Wien (AT).
„automatic“ (mit Josef Dabernig), Art Film, Art Basel (CH). „Performances“, Museum Sammlung Friedrichshof, Zurndorf (AT). „Allhamduleilah“, Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich (CH). 2005 „Allhamduleilah“, Medienturm Shows 05, MuseumsQuartier Wien (AT). 2004 „Wiener Mischung“, in Kooperation mit museum in progress + Wein & Co, Wien (AT). 2003 „Wiedergänger“ (mit Cameron Jamie), Christine König Galerie, Wien (AT). 2002 „Wiener Blut“, Christine König Galerie, Wien (AT). 2001 „Nach Motiven von ...“, TZR Galerie für Bildende Kunst, Bochum (DE). 2000 „Elvis slept here“, Edition Artelier, Graz (AT). „Innocent Anarchists“, Patricia Faure Gallery, Los Angeles (US). 1999 „Unschuldige Anarchisten“, rumford 26, München (DE). 1998 „Cote Noire“, Villa Arson, Nizza (FR). 1997 „Paparazzi“, Österreichische Galerie Belvedere, Wien (AT); Grazer Kunstverein, Graz (AT).
Zahlreiche Gruppenausstellungen im In- und Ausland.
Mehr Information: http://www.christinekoeniggalerie.com/kuenstler-details/items/gram.html

Bildunterschriften:

01: aus: Aktion „der fenstersturz einer küchenkredenz aus dem 4. stock“, 2015, Foto: Christian Wiedner

02 und 03: „o.T.“, Dispersion, Ei, Mehl und Marmelade auf Holz, 2015, Fotos: Arno Friebes

06–08: Stills aus „der fenstersturz eine küchenkredenz aus dem 4. stock“, 2015, Video, 3 Min., Regie und Konzept: G.R.A.M., Musik: Josef Klammer, Kamera: Andreas Meschuh, Paul Meschuh, Michael Heinz, Laurin Hofmann, Marco Haas, Fotos: Art-Media

 

 
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